Allgemeines
Kolorektales Karzinom
Böser Mafia-Rattenboss
1/39
Allgemeines
Maligne Neoplasie der Schleimhautzellen (Adenokarzinom)
Schleimige Haut und Adonis-Sixpack
2/39
Allgemeines
Top 3 der tödlichsten Krebserkrankungen
3 Totenköpfen am Boss-Sessel
Das KRK gehört zu den Top 3 der häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen.
3/39
Allgemeines
Zwei Typen Darmkrebs: 1. familiäres KRK
Zwei Kanaletagen: 1. Obere Etage → Mafia-Familie
Tritt aufgrund einer vererbten genetischen Mutation familiär gehäuft auf (35 %).
4/39
Allgemeines
Zwei Typen Darmkrebs: 2. Sporadisches KRK
Zwei Kanaletagen: 2. Untere Etage → Arbeiter (Sporenstiefel)
Wenn die Anamnese keinen Hinweis auf familiäre Häufung liefert, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen sporadischen Darmkrebs (65 %).
5/39
Risikofaktoren
Alter (ab 5. Lebensdekade)
5 Striche für 5 Jahrzehnte
Bei Menschen ab 50 Jahren steigt das Entartungsrisiko deutlich an.
6/39
Risikofaktoren
Schädliche Bestandteile im Nahrungsbrei → hohe Entartungswahrscheinlichkeit
Giftige Kanalbrühe → Rattenpfoten zu Krebsscheren mutiert
Bei schädlichen Stoffen im Nahrungsbrei müssen sich die demolierten Darmepithelzellen häufig regenerieren (hohe Zellteilungsrate), wodurch ihre Entartungswahrscheinlichkeit steigt.
7/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Rauchen
Zigaretten
Raucher haben ein doppelt so großes Risiko für Kolonadenome (Polypen) und dadurch auch ein deutlich höheres Darmkrebsrisiko als Nichtraucher.
8/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Alkohol
Weinflasche
Schon eine Alkoholmenge von 100 g in der Woche erhöht das KRK-Risiko um bis zu 15%. Das entspricht etwa 1 Flasche Wein.
9/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Rotes Fleisch
Rotes Steak
10/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Verarbeitetes (haltbar gemachtes) Fleisch
Würstchen (in Tupperbox)
Haltbar gemacht wird Fleisch durch Pökeln, Salzen und Räuchern, wie z.B. Salami, Würstchen oder geräucherter Schinken.
11/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Adipositas
Dicke Ratte
Insbesondere stammbetonte Adipositas ist gefährlich.
12/39
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Bewegungsmangel
Sitzende Ratte
13/39
Risikofaktoren > Protektive Faktoren
Ballaststoffe (z.B. Salat)
Balance-Ratte auf Salat-Surfbrett
Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die vorwiegend in Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten vorkommen.
14/39
Risikofaktoren > Protektive Faktoren
Ballaststoffe → beschleunigen Stuhlpassage
Balance-Ratte → schnelle Stuhlwelle
Auf dem Weg durch den Darm ziehen Ballaststoffe Wasser in den Verdauungstrakt, was die Darmwand dehnt und somit die Peristaltik antreibt. Krebserregende Stoffe haben so weniger Zeit, die Darmzellen anzugreifen.
15/39
Risikofaktoren > Protektive Faktoren
Bewegung
Turnschuhe
16/39
Pathophysiologie
Darmpolypen
Aufständische Polypen-Poncho-Ratten
90% aller kolorektalen Karzinome entstehen aus Darmpolypen. Der Begriff Polyp bezeichnet zunächst einmal einen vorgewölbten Schleimhautbereich ohne Angabe der Ätiologie.
17/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenomatöse Polypen ("klassische" Polypen)
Adonisratten mit Polypen-Poncho (hören klassische Musik)
70% aller Darmpolypen.
18/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Entartungswahrscheinlichkeit ↗ mit Anzahl (> 3 Stück)
3 Adonisratten
Patienten mit mehr als drei gleichzeitig wachsenden adenomatösen Polypen haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko an einem Adenokarzinom zu erkranken.
19/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Entartungswahrscheinlichkeit ↗ mit Größe der Polypen (> 1 cm)
Größte Adonisratte
Die Entartungswahrscheinlichkeit eines adenomatösen Polypen zu einem Adenokarzinom steigt ab einer Größe von mehr als 1 cm.
20/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Histologie: Tubuläre Adenome → wachsen brokkoliartig
Tubulus-Brokkoli-Ratten
Auch der histologische Wachstumstyp entscheidend über das Entartungsrisiko. Tubuläre Adenome hängen über einen Stiel an der Darmschleimhaut und schwingen im Darmlumen hin und her, wie ein Brokkoli. Sie kommen häufig vor und entwickeln sich relativ selten zu einem Adenokarzinom.
21/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Histologie: „Je villöser, desto böser.” (sessil)
„Villain”- Maske (villain, engl., Bösewicht) (über Sessel)
Die villös wachsenden Adenome sitzen breitbasig und flach (sessil) der Darmwand auf. Sie sind selten, dafür jedoch umso gefährlicher. Jedes zweite villöse Adenom wird zu einem Adenokarzinom.
22/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Klassische Adenom-Karzinom-Sequenz
Klassische Ratten erklimmen Stufen zum bösen Rattenboss
23/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz: 1. Mutation APC-Gen
Stufen bis zum Boss-Bereich – kaputtes DNA-Stromkabel am-PC
Die „Adenom-Karzinom-Sequenz” ist ein Mehrschritt-Modell. Es entsteht durch eine spontane Mutation im APC-Gen (Adenomatöses Polyposis Coli-Gen → Tumorsuppressor), begünstigt durch schädigende Einflüsse (siehe Risikofaktoren).
24/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz: 2. Ausfall APC-Tumorsupressorprotein
Stufen bis zum Boss-Bereich – Stufe: Wachmanns am-PC (APC) außer Gefecht
Bei einer Mutation des APC-Gens fällt der zugehörige Tumorsuppressor namens APC aus und die Zellteilungsrate betroffener Epithelzellen schießt unkontrolliert in die Höhe.
25/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz: 3. Adenomentstehung ("klassische" Adenome)
Stufen bis zum Boss-Bereich: Adonis-Sixpack (mit klassischer Musik)
Es entstehen primär gutartige, intraepitheliale Neoplasien: die klassischen Adenome (Adonis-Sixpack Ratten mit klassischer Musik).
26/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz – 4. Deaktivierende Mutation Tumorsuppressor p53
Enthauptetes Wächter-Pony mit fünfzackiger Krone und Dreizack
Im Laufe der Zeit kommt es durch die erhöhte Zellteilungsrate zu weiteren Fehlern in der DNA-Replikation der Adenomzellen. Es entstehen Mutationen, die das Tumorsuppressorgen und den zugehörigen Tumorsupressor p53 ausschalten.
27/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz – 5. Aktivierende Mutation Protoonkogen K-RAS
Stufen bis zum Boss-Bereich – Gras
Außerdem kommt es zu Mutationen, die das Protoonkogen K-RAS aktivieren.
28/39
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adenom-Karzinom-Sequenz – 6. Dysplasien → maligne Entartung zum kolo-rektalen Adeno-Ca
Stufen bis zum Boss-Bereich – oberste Stufe: klassische Ratten erreichen Rattenboss (Cola und Reck)
So kommt es zu weiterem Adenomwachstum und zu immer höhergradigen Dysplasien, bis das Adenom schließlich maligne entartet.
29/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Serratierte Polypen
Sägeratten mit Polypen-Poncho
Ein weiterer Polypentyp ist der serratierte Polyp, auch serratiertes Adenom genannt. Auch sie können entarten und sich zu serratierten Adenokarzinomen entwickeln (ca. 7-17% der KRK).
30/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Kleines serratiertes Adenom → kleines Entartungsrisiko
Kleine Sägeratte stolpert
Innerhalb der Gruppe der serratierten Adenome gibt es verschiedene Typen. Am häufigsten (ca. 80%) sind die kleinen serratierten Adenome (< 5 mm). Sie haben i.d.R. keine Kernatypien und entarten daher nur sehr selten.
31/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Große serratierte Adenome: 1. sessiles serratiertes Adenom (SSA) → großes Entartungsrisiko
Große Sägeratten auf Sessel → unterwegs zum Boss-Bereich
Weniger häufig sind die großen serratierten Adenome (> 5 mm), die ein großes Entartungsrisiko haben. Zu den großen serratierten Polypen gehört das sessile serratierte Adenom (SSA; 15% aller KRK). Es breitet sich flach (sessil) entlang der Darmwand aus.
32/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Große serratierte Adenome: 2. traditionelle serratierte Adenom (TSA) → großes Entartungsrisiko
Große Sägeratten: Betagte Sägeratte in traditioneller Tracht → unterwegs zum Boss-Bereich
Außerdem gibt es noch das seltene traditionelle serratierte Adenom (TSA; 5% aller KRK). Auch das TSA hat ein hohes Entartungsrisiko. Dieser Polyp wächst „traditionell” brokkoliartig ins Lumen von Sigmoid und Rektum. Das TSA trifft vor allem ältere Menschen und hat eine schlechte Prognose.
33/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Serratierte Adenom-Karzinom-Sequenz
Sägezahnratten erklimmen Stufen zum bösen Rattenboss
34/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Serratierte Karzinogenese – 1. Mutation der Protoonkogene BRAF (SSA) oder K-RAS (TSA)
Sägeratten-Mission – 1. Stufe: BRAFe Wächterratte auf Gras
Der Ursprung der serratierten Karzinogenese ist eine spontane Mutation in den Protoonkogenen BRAF (im Falle des SSA) oder K-RAS (im Falle des TGSA). Es kommt zur unkontrollierten Zellvermehrung.
35/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Serratierte Karzinogenese – 2. DNA-Methylierung
Sägeratten-Mission – 2. Stufe: DNA-Helixlocken mit-Tüll
Um die Zellvermehrung der mutierten Zellen zu bremsen, stoppt der Körper den Zellzyklus mutierter Darmzellen mittels DNA-Methylierung (DNA-Helixlocken mit-Tüll).
36/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Serratierte Karzinogenese – Zellzyklus-STOP
Sägeratten-Mission – Mafia-Ratte mit STOP-Schild
Die mutierten Zellen verharren durch die Methylierung in einem Stand-bye-Modus im Zellzyklus und häufen sich an, wodurch sie unter dem Mikroskop ein gezacktes Sägeblattmuster ergeben (serra, lat. Säge).
37/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Entstehungstheorie: Serratierte Karzinogenese – 3. DNA-Reparaturproteine ↓
Sägeratten-Mission – 3. Stufe: unbemannter Handwerkertisch (keine Reparaturen mehr)
Die Gene der gestoppten Zellen werden mit protektiver Absicht nicht mehr transkribiert. Dies hat jedoch auch eine negative Konsequenz: auch die Produktion wichtiger DNA-Reparaturproteine ist gestoppt (unbemannte Handwerker-Station → keine Reparaturen mehr).
38/39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Entstehungstheorie: Serratierte Karzinogenese – 4. maligne Entartung zum serratierten kolo-rektalen Ca
Oberste Stufe: Sägeratten erreichen Rattenboss (Cola und Reck)
Durch die Drosselung der DNA-Reparatur steht die Tür offen für weitere Zellteilungsfehler (defekte Lichtschranke). Es kommt zur unkontrollierten Zellteilung und somit zur Entstehung von serratierten Adenomen, die sich irgendwann in serratierte Adenokarzinome entwickeln.
39/39
schließen
Die Abbildung zeigt den Verlauf der kolorektalen Karzinogenese nach der Multi-Hit-Theorie in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren. Ausgehend von einem gesunden Colon mit unauffälligem Epithel kommt es zunächst zum Verlust des Tumorsuppressor-Gens APC. Dieser erste genetische „Hit“ führt zu einer unkontrollierten Zellproliferation und zur Entstehung eines kleinen, gutartigen Polypen. Im weiteren Verlauf aktiviert eine Mutation das KRAS-Onkogen, wodurch das Zellwachstum verstärkt wird und ein größeres, gutartiges Adenom entsteht (frühes Adenom). Durch den zusätzlichen Verlust des Tumorsuppressor-Gens DCC entwickelt sich dieses zu einem späten Adenom mit weiteren strukturellen Veränderungen. Schließlich führt der Verlust des Tumorsuppressor-Gens p53 zu einem malignen Tumor – dem kolorektalen Karzinom. Im letzten Schritt fördern zusätzliche Mutationen die Progression des Karzinoms. Jede dieser genetischen Veränderungen („Hits“) trägt dabei entscheidend zur stufenweisen Entartung des zunächst gesunden Gewebes bei.
Das Bild zeigt eine Koloskopieaufnahme eines Adenokarzinoms im Colon ascendens. Die Schleimhaut ist in diesem Bereich stark verändert und von einem großen, exophytisch wachsenden Tumor durchbrochen. Die Läsion ist unregelmäßig konfiguriert, ulzerierend und mit nekrotisch-gelblichen sowie blutigen Arealen bedeckt. Das Tumorgewebe ragt in das Darmlumen vor und zeigt Zeichen einer fortgeschrittenen Infiltration. Rechts ist die gesunde Darmschleimhaut im Übergang deutlich abgrenzbar.
Im Vordergrund ist die Biopsiezange zu sehen, mit der eine Gewebeprobe zur histologischen Sicherung der Diagnose entnommen wird. Die Oberfläche des Tumors erscheint kontaktblutend, was ein weiteres typisches Merkmal von kolorektalen Karzinomen ist.
Dieses histologische Bild zeigt ein gut differenziertes Adenokarzinom des Colons, angefärbt mit Hämatoxylin und Eosin (H&E). Die Tumorzellen sind in unregelmäßig geformten Drüsenverbänden organisiert, die zum Teil noch an das normale Drüsenmuster erinnern – ein typisches Merkmal für eine gute Differenzierung. Innerhalb der Tumordrüsen ist zum Teil luminales Detritusmaterial zu sehen, und die Drüsen sind von atypischem, mehrreihigem Zylinderepithel ausgekleidet. Die Zellen zeigen vergrößerte, hyperchrome Zellkerne mit Kernpolarisationsverlust, was die maligne Transformation bestätigt. Im umliegenden Stroma findet sich desmoplastische Reaktion – eine bindegewebige Reaktion des Wirtsgewebes auf den Tumor. Die Infiltrationstiefe lässt sich hier nicht beurteilen, wohl aber die invasiv-destruktive Ausbreitung.
fAsdnn34#SD6%4mgLS9(#k-mn
https://www.meditricks.de/wp-content/plugins/meditricks-mt-quiz/include/
n
27507
Was ist Ankizin?
Ankizin ist ein Projekt der AG Medizinische-Ausbildung bvmd e.V.
Es ist das größte non-profit, studentisch organisierte Anki-Projekt im deutschsprachigen Raum.
Ziel ist die Umsetzung des gesamten notwendigen Wissens für alle medizinischen Staatsexamina.
In freundlicher Kooperation bieten wir im Ankizin-Deck passgenau unsere Merkhilfen in den jeweiligen Anki-Karten an. Die so verknüpften Fragen kannst Du mit freundlicher Genehmigung der bvmd auch hier als Quiz ansehen.
Du findest alle Inhalte auch im Ankizin-Deck in Anki.
Es ist das größte non-profit, studentisch organisierte Anki-Projekt im deutschsprachigen Raum.
Ziel ist die Umsetzung des gesamten notwendigen Wissens für alle medizinischen Staatsexamina.
In freundlicher Kooperation bieten wir im Ankizin-Deck passgenau unsere Merkhilfen in den jeweiligen Anki-Karten an. Die so verknüpften Fragen kannst Du mit freundlicher Genehmigung der bvmd auch hier als Quiz ansehen.
Du findest alle Inhalte auch im Ankizin-Deck in Anki.



1
2
Allgemeines
Schleimige Haut und Adonis-Sixpack
Quintessence
3
Allgemeines
3 Totenköpfen am Boss-Sessel
Das KRK gehört zu den Top 3 der häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen.
alles
anzeigen
4
Allgemeines
Zwei Kanaletagen: 1. Obere Etage → Mafia-Familie
Tritt aufgrund einer vererbten genetischen Mutation familiär gehäuft auf (35 %).
alles
anzeigen
5
Allgemeines
Zwei Kanaletagen: 2. Untere Etage → Arbeiter (Sporenstiefel)
Wenn die Anamnese keinen Hinweis auf familiäre Häufung liefert, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen sporadischen Darmkrebs (65 %).
alles
anzeigen
6
Risikofaktoren
5 Striche für 5 Jahrzehnte
Bei Menschen ab 50 Jahren steigt das Entartungsrisiko deutlich an.
alles
anzeigen
6/39
7
Risikofaktoren
Giftige Kanalbrühe → Rattenpfoten zu Krebsscheren mutiert
Bei schädlichen Stoffen im Nahrungsbrei müssen sich die demolierten Darmepithelzellen häufig regenerieren (hohe Zellteilungsrate), wodurch ihre Entartungswahrscheinlichkeit steigt.
alles
anzeigen
8
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Zigaretten
Raucher haben ein doppelt so großes Risiko für Kolonadenome (Polypen) und dadurch auch ein deutlich höheres Darmkrebsrisiko als Nichtraucher.
alles
anzeigen
9
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Weinflasche
Schon eine Alkoholmenge von 100 g in der Woche erhöht das KRK-Risiko um bis zu 15%. Das entspricht etwa 1 Flasche Wein.
alles
anzeigen
10
Basiswissen
11
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Würstchen (in Tupperbox)
Haltbar gemacht wird Fleisch durch Pökeln, Salzen und Räuchern, wie z.B. Salami, Würstchen oder geräucherter Schinken.
alles
anzeigen
12
Risikofaktoren > Kanzerogene Stoffe
Dicke Ratte
Insbesondere stammbetonte Adipositas ist gefährlich.
alles
anzeigen
13
14
Risikofaktoren > Protektive Faktoren
Balance-Ratte auf Salat-Surfbrett
Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die vorwiegend in Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten vorkommen.
alles
anzeigen
15
Risikofaktoren > Protektive Faktoren
Balance-Ratte → schnelle Stuhlwelle
Auf dem Weg durch den Darm ziehen Ballaststoffe Wasser in den Verdauungstrakt, was die Darmwand dehnt und somit die Peristaltik antreibt. Krebserregende Stoffe haben so weniger Zeit, die Darmzellen anzugreifen.
alles
anzeigen
16
17
Pathophysiologie
Aufständische Polypen-Poncho-Ratten
90% aller kolorektalen Karzinome entstehen aus Darmpolypen. Der Begriff Polyp bezeichnet zunächst einmal einen vorgewölbten Schleimhautbereich ohne Angabe der Ätiologie.
alles
anzeigen
18
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Adonisratten mit Polypen-Poncho (hören klassische Musik)
70% aller Darmpolypen.
alles
anzeigen
19
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
3 Adonisratten
Patienten mit mehr als drei gleichzeitig wachsenden adenomatösen Polypen haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko an einem Adenokarzinom zu erkranken.
alles
anzeigen
20
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Größte Adonisratte
Die Entartungswahrscheinlichkeit eines adenomatösen Polypen zu einem Adenokarzinom steigt ab einer Größe von mehr als 1 cm.
alles
anzeigen
21
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Tubulus-Brokkoli-Ratten
Auch der histologische Wachstumstyp entscheidend über das Entartungsrisiko. Tubuläre Adenome hängen über einen Stiel an der Darmschleimhaut und schwingen im Darmlumen hin und her, wie ein Brokkoli. Sie kommen häufig vor und entwickeln sich relativ selten zu einem Adenokarzinom.
alles
anzeigen
22
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
„Villain”- Maske (villain, engl., Bösewicht) (über Sessel)
Die villös wachsenden Adenome sitzen breitbasig und flach (sessil) der Darmwand auf. Sie sind selten, dafür jedoch umso gefährlicher. Jedes zweite villöse Adenom wird zu einem Adenokarzinom.
alles
anzeigen
23
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Klassische Ratten erklimmen Stufen zum bösen Rattenboss
24
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Stufen bis zum Boss-Bereich – kaputtes DNA-Stromkabel am-PC
Die „Adenom-Karzinom-Sequenz” ist ein Mehrschritt-Modell. Es entsteht durch eine spontane Mutation im APC-Gen (Adenomatöses Polyposis Coli-Gen → Tumorsuppressor), begünstigt durch schädigende Einflüsse (siehe Risikofaktoren).
alles
anzeigen
25
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Stufen bis zum Boss-Bereich – Stufe: Wachmanns am-PC (APC) außer Gefecht
Bei einer Mutation des APC-Gens fällt der zugehörige Tumorsuppressor namens APC aus und die Zellteilungsrate betroffener Epithelzellen schießt unkontrolliert in die Höhe.
alles
anzeigen
26
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Stufen bis zum Boss-Bereich: Adonis-Sixpack (mit klassischer Musik)
Es entstehen primär gutartige, intraepitheliale Neoplasien: die klassischen Adenome (Adonis-Sixpack Ratten mit klassischer Musik).
alles
anzeigen
27
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Enthauptetes Wächter-Pony mit fünfzackiger Krone und Dreizack
Im Laufe der Zeit kommt es durch die erhöhte Zellteilungsrate zu weiteren Fehlern in der DNA-Replikation der Adenomzellen. Es entstehen Mutationen, die das Tumorsuppressorgen und den zugehörigen Tumorsupressor p53 ausschalten.
alles
anzeigen
28
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Stufen bis zum Boss-Bereich – Gras
Außerdem kommt es zu Mutationen, die das Protoonkogen K-RAS aktivieren.
alles
anzeigen
29
Pathophysiologie > Adenomatöse Polypen → Adenokarzinom
Stufen bis zum Boss-Bereich – oberste Stufe: klassische Ratten erreichen Rattenboss (Cola und Reck)
So kommt es zu weiterem Adenomwachstum und zu immer höhergradigen Dysplasien, bis das Adenom schließlich maligne entartet.
alles
anzeigen
30
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägeratten mit Polypen-Poncho
Ein weiterer Polypentyp ist der serratierte Polyp, auch serratiertes Adenom genannt. Auch sie können entarten und sich zu serratierten Adenokarzinomen entwickeln (ca. 7-17% der KRK).
alles
anzeigen
Extra Info / Trivia
Seinen Namen hat er von seinem Aussehen unter dem Lichtmikroskop. Dort erinnert er an ein Sägeblatt (lat. serra, die Säge).
Die früher gängige Einteilung der Polypen in neoplastisch (klassische Adenome) und nicht-neoplastisch (alle anderen Polypentypen) hat nur den klassischen Adenomen eine karzinogene Entwicklung zugeschrieben. Diese Einteilung ist weitestgehend obsolet, da man durch die jüngste Erforschung der serratierten Adenome gesehen hat, dass auch sie zu (serratierten) Karzinomen entarten können.
Seinen Namen hat er von seinem Aussehen unter dem Lichtmikroskop. Dort erinnert er an ein Sägeblatt (lat. serra, die Säge).
Die früher gängige Einteilung der Polypen in neoplastisch (klassische Adenome) und nicht-neoplastisch (alle anderen Polypentypen) hat nur den klassischen Adenomen eine karzinogene Entwicklung zugeschrieben. Diese Einteilung ist weitestgehend obsolet, da man durch die jüngste Erforschung der serratierten Adenome gesehen hat, dass auch sie zu (serratierten) Karzinomen entarten können.
31
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Kleine Sägeratte stolpert
Innerhalb der Gruppe der serratierten Adenome gibt es verschiedene Typen. Am häufigsten (ca. 80%) sind die kleinen serratierten Adenome (< 5 mm). Sie haben i.d.R. keine Kernatypien und entarten daher nur sehr selten.
alles
anzeigen
32
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Große Sägeratten auf Sessel → unterwegs zum Boss-Bereich
Weniger häufig sind die großen serratierten Adenome (> 5 mm), die ein großes Entartungsrisiko haben. Zu den großen serratierten Polypen gehört das sessile serratierte Adenom (SSA; 15% aller KRK). Es breitet sich flach (sessil) entlang der Darmwand aus.
alles
anzeigen
32/39
33
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Große Sägeratten: Betagte Sägeratte in traditioneller Tracht → unterwegs zum Boss-Bereich
Außerdem gibt es noch das seltene traditionelle serratierte Adenom (TSA; 5% aller KRK). Auch das TSA hat ein hohes Entartungsrisiko. Dieser Polyp wächst „traditionell” brokkoliartig ins Lumen von Sigmoid und Rektum. Das TSA trifft vor allem ältere Menschen und hat eine schlechte Prognose.
alles
anzeigen
34
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägezahnratten erklimmen Stufen zum bösen Rattenboss
35
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägeratten-Mission – 1. Stufe: BRAFe Wächterratte auf Gras
Der Ursprung der serratierten Karzinogenese ist eine spontane Mutation in den Protoonkogenen BRAF (im Falle des SSA) oder K-RAS (im Falle des TGSA). Es kommt zur unkontrollierten Zellvermehrung.
alles
anzeigen
36
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägeratten-Mission – 2. Stufe: DNA-Helixlocken mit-Tüll
Um die Zellvermehrung der mutierten Zellen zu bremsen, stoppt der Körper den Zellzyklus mutierter Darmzellen mittels DNA-Methylierung (DNA-Helixlocken mit-Tüll).
alles
anzeigen
36/39
37
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägeratten-Mission – Mafia-Ratte mit STOP-Schild
Die mutierten Zellen verharren durch die Methylierung in einem Stand-bye-Modus im Zellzyklus und häufen sich an, wodurch sie unter dem Mikroskop ein gezacktes Sägeblattmuster ergeben (serra, lat. Säge).
alles
anzeigen
38
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Sägeratten-Mission – 3. Stufe: unbemannter Handwerkertisch (keine Reparaturen mehr)
Die Gene der gestoppten Zellen werden mit protektiver Absicht nicht mehr transkribiert. Dies hat jedoch auch eine negative Konsequenz: auch die Produktion wichtiger DNA-Reparaturproteine ist gestoppt (unbemannte Handwerker-Station → keine Reparaturen mehr).
alles
anzeigen
39
Pathophysiologie > Serratierte Polypen → serratiertes Karzinom
Entstehungstheorie: Serratierte Karzinogenese – 4. maligne Entartung zum serratierten kolo-rektalen Ca
Oberste Stufe: Sägeratten erreichen Rattenboss (Cola und Reck)
Durch die Drosselung der DNA-Reparatur steht die Tür offen für weitere Zellteilungsfehler (defekte Lichtschranke). Es kommt zur unkontrollierten Zellteilung und somit zur Entstehung von serratierten Adenomen, die sich irgendwann in serratierte Adenokarzinome entwickeln.
alles
anzeigen
Multi-Hit-Theorie der kolorektalen Karzinogenese - Die Abbildung zeigt den Verlauf der kolorektalen Karzinogenese nach der Multi-Hit-Theorie in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren. Ausgehend von einem gesunden Colon mit unauffälligem Epithel kommt es zunächst zum Verlust des Tumorsuppressor-Gens APC. Dieser erste genetische „Hit“ führt zu einer unkontrollierten Zellproliferation und zur Entstehung eines kleinen, gutartigen Polypen. Im weiteren Verlauf aktiviert eine Mutation das KRAS-Onkogen, wodurch das Zellwachstum verstärkt wird und ein größeres, gutartiges Adenom entsteht (frühes Adenom). Durch den zusätzlichen Verlust des Tumorsuppressor-Gens DCC entwickelt sich dieses zu einem späten Adenom mit weiteren strukturellen Veränderungen. Schließlich führt der Verlust des Tumorsuppressor-Gens p53 zu einem malignen Tumor – dem kolorektalen Karzinom. Im letzten Schritt fördern zusätzliche Mutationen die Progression des Karzinoms. Jede dieser genetischen Veränderungen („Hits“) trägt dabei entscheidend zur stufenweisen Entartung des zunächst gesunden Gewebes bei.
BioRender (2020). The Multi-Hit Model of Colorectal Cancer. https://app.biorender.com/biorender-templates/details/t-5f9847d3b8682300abea2fa7-the-multi-hit-model-of-colorectal-cancer/?source=gallery
Adenokarzinom während Koloskopie - Das Bild zeigt eine Koloskopieaufnahme eines Adenokarzinoms im Colon ascendens. Die Schleimhaut ist in diesem Bereich stark verändert und von einem großen, exophytisch wachsenden Tumor durchbrochen. Die Läsion ist unregelmäßig konfiguriert, ulzerierend und mit nekrotisch-gelblichen sowie blutigen Arealen bedeckt. Das Tumorgewebe ragt in das Darmlumen vor und zeigt Zeichen einer fortgeschrittenen Infiltration. Rechts ist die gesunde Darmschleimhaut im Übergang deutlich abgrenzbar.
Im Vordergrund ist die Biopsiezange zu sehen, mit der eine Gewebeprobe zur histologischen Sicherung der Diagnose entnommen wird. Die Oberfläche des Tumors erscheint kontaktblutend, was ein weiteres typisches Merkmal von kolorektalen Karzinomen ist.
Im Vordergrund ist die Biopsiezange zu sehen, mit der eine Gewebeprobe zur histologischen Sicherung der Diagnose entnommen wird. Die Oberfläche des Tumors erscheint kontaktblutend, was ein weiteres typisches Merkmal von kolorektalen Karzinomen ist.
Mikroskopie - Dieses histologische Bild zeigt ein gut differenziertes Adenokarzinom des Colons, angefärbt mit Hämatoxylin und Eosin (H&E). Die Tumorzellen sind in unregelmäßig geformten Drüsenverbänden organisiert, die zum Teil noch an das normale Drüsenmuster erinnern – ein typisches Merkmal für eine gute Differenzierung. Innerhalb der Tumordrüsen ist zum Teil luminales Detritusmaterial zu sehen, und die Drüsen sind von atypischem, mehrreihigem Zylinderepithel ausgekleidet. Die Zellen zeigen vergrößerte, hyperchrome Zellkerne mit Kernpolarisationsverlust, was die maligne Transformation bestätigt. Im umliegenden Stroma findet sich desmoplastische Reaktion – eine bindegewebige Reaktion des Wirtsgewebes auf den Tumor. Die Infiltrationstiefe lässt sich hier nicht beurteilen, wohl aber die invasiv-destruktive Ausbreitung.
Meine Notizen
|
Rückmeldung
Unsere Meditricks wurden mit viel Liebe ersonnen, illustriert und vertont. Gib uns gerne Lob, Kritik über die Feedback-Funktion unter den Meditricks oder schreib uns – siehe Kontakt.
Neu
Die 10 neuesten Meditricks:
Gereift unter der Sonne Freiburgs. mit viel Liebe zum Detail ersonnen, illustriert und vertont. Wir übernehmen keine Haftung für nicht mehr löschbare Erinnerungen.

Quint




